|
 |
|
| |
|
 |
| Kurs |
Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| - |
- |
0 |
0 % |
/ |
| |
| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
|
|
- |
- |
| |
|
|
| |
|
|
| |
Degussa neutral 11.09.2002
Stadtsparkasse Köln
Die Aktie der Degussa AG (WKN 542190) wird sich nach Einschätzung von Analysten der Stadtsparkasse Köln marktkonform entwickeln.
Die Degussa AG sei ein international agierender Chemie-Konzern, der aus verschiedenen Fusionen entstanden sei. Das Unternehmen gliedere sich in sechs Unternehmensbereiche, innerhalb derer 23 dezentrale und global ergebnisverantwortliche Geschäftsbereiche für die operativen Geschäfte zuständig seien. Die Unternehmensbereiche seien Gesundheit & Ernährung, Bauchemie, Fein- & Industriechemie, Performance Chemie, Coatings & Füllstoffsysteme sowie Spezialkunststoffe.
Degussa sei das weltweit größte Spezialchemie-Unternehmen und besetze zahlreiche Spitzenpositionen in wachstumsstarken Märkten. Die Stärkung des Spezialchemiebereichs und die Erhöhung der internationalen Präsenz seien die strategischen Ziele, die sich das Unternehmen für die Zukunft gesetzt habe.
Im zweiten Quartal haben sich das angespannte Marktumfeld und das Kartell-Bußgeld als Belastungsfaktoren erwiesen. Der Umsatz sei konzernweit um 4,5% auf 3,057 Mrd. Euro gesunken. Das Betriebsergebnis habe man dank funktionierender Kostenkontrolle mit 216 nach 209 Mio. Euro leicht steigern können. Der Konzernüberschuss sei allerdings durch erhöhte Rückstellungen deutlich um 97% auf 4 Mio. Euro eingebrochen. Das EBITDA habe um 5,5% auf 496 Mio. Euro nachgegeben, das EBIT um 6,7% auf 287 Mio. Euro.
Für das Gesamtjahr gehe Degussa nicht mehr von einer nachhaltigen konjunkturellen Erholung aus. Der Umsatz solle trotz des eingetrübten Marktumfelds etwa 11 Mrd. Euro erreichen. Bei EBIT und Betriebsergebnis erwarte der Unternehmenssprecher Felcht weiterhin eine "leichte Steigerung" gegenüber dem Vorjahr.
Im Rahmen der Fokussierung auf das Kerngeschäftsfeld Spezialchemie seien weitere Desinvestments getätigt worden. Zum 30. Juni sei die Degussa Bank GmbH an die Allgemeine Deutsche Direktbank AG verkauft worden. Nach erteilter Freigabe durch die Kartellbehörden habe man auch den Verkauf der Pharma-Tochter Viatris abwickeln können. Viatris gehe für 375 Mio. Euro an den Finanzinvestor Advent International. Damit seien nach Unternehmensangaben 90% des Umsatzes der Nicht-Kerngeschäftsfelder veräußert.
Die von E.ON gehaltenen Degussa-Anteile sollen teilweise gegen die von der RAG (Ruhrkohle AG) gehaltenen Anteile an Ruhrgas in zwei Schritten getauscht werden. In einem ersten Schritt habe RAG im Rahmen eines öffentlichen Angebotes 28,4% des Aktienkapitals der Degussa erwerben können. Im zweiten Schritt sollen im Frühjahr 2004 weitere Anteile erworben werden, um schließlich eine Mehrheitsbeteiligung von 50,1% zu erreichen. Die Genehmigung des Vollzugs der Mehrheitsübernahme werde aus kartellrechtlichen Gründen derzeit vom OLG Düsseldorf blockiert. Bis zur Freigabe seien weitere 28,4% des Aktienpakets von E.ON übernommen worden, so dass RAG und E.ON derzeit jeweils 46,48% halten. Zum 31.Mai 2004 sei nach dem heutigen Stand die endgültige Erhöhung auf 50,1% geplant.
Aufgrund des deutlich gesunkenen Streubesitzes werde Degussa zum 23. September den deutschen Blue-Chip-Index DAX verlassen müssen. Durch die Aufstockung der Anteile auf 46,5% liege der Free Float aktuell bei nur noch 7% und verfehle damit die neuralgische Grenze von 35% deutlich. Sollte die Mehrheitsübernahme wie geplant im Mai 2004 vollzogen werden, werde sich dadurch der Free Float wieder erhöhen. Degussa werde dann wieder zu einem potenziellen Aufstiegskandidaten für den DAX.
Im Zusammenhang mit unerlaubten Preisabsprachen sei Degussa durch die EU-Kommission ein Bußgeld-Bescheid in Höhe von 118,125 Mio. Euro zugestellt worden.
Der zweite Schritt der Übernahme des E.ON Aktienpakets werde erst durchgeführt, wenn alle Hürden bewältigt seien. Die Abwicklung werde sich voraussichtlich bis Mai 2004 hinziehen.
Das Researchteam der Stadtsparkasse Köln bestätigt bezüglich den Aktien von Degussa sein Votum "Marketperformer".
|
 |
|
|
 |
|
|
| |
|